Menschen sind auch keine Lösung

Ausschreibung 2017 

Wir schreiben das Jahr Null. Die ganze Woche schon hatte Gott an einem neuen Projekt gearbeitet. Dann sah er, dass es gut war und machte im Überschwang einen letzten Kringel zu viel an seine Schöpfung. Der Mensch war geschaffen und Gott ebenso müde wie enttäuscht. „Macht was draus, wer weiß, wozu es gut ist!“, seufzte er noch. Dann schlief er ein. 

So könnte es gewesen sein. Genau weiß das niemand. Außer Ihnen vielleicht! Ist der Mensch als Krone der Schöpfung eine gute Idee gewesen? Dann zeichnen Sie es uns auf. Erklären Sie uns, was das soll, jenes Premium-Geschöpf, das serienmäßig Vernunft und Einsicht an Bord hat, aber im entscheidenden Moment nie den richtigen Schalter findet? Setzen Sie den Menschen in den Mittelpunkt Ihrer Betrachtung, denn wenn Sie es nicht tun, könnte er noch schneller von der Bildfläche verschwinden als bereits vorausgesagt!

Warum sägt der Mensch am Ast, auf dem er sitzt und reißt alles andere mit sich? Warum sind einige seiner Art so entsetzlich aus der Art geschlagen und werden dafür von den anderen bewundert? Warum verbreitet er Krieg und Terror obwohl er nichts mehr als Frieden wünscht? Warum hüllt er perfekte Körper in groteske Gewänder und stellt weniger perfekte unverhüllt zur Schau, tötet heute Millionen seiner Art und rettet morgen ein Hundebaby, brüllt alles nieder, was nicht seiner Meinung ist und erwartet doch, dass man seinen leisen Tönen lauscht?

Ist Intelligenz wirklich ein Vorteil oder vielmehr ein wucherndes Geschwür, das wir – intelligent, wie wir sind - zum Schönheitsfleck umetikettiert haben? Sind Katzen klüger als Hunde, wenn sie uns lebenslang misstrauen, statt sich mit Haut und Haar unserem grausamen Wohlwollen auszuliefern? Oder sind vielleicht nur die männlichen Menschen das Problem und die weiblichen die Lösung – Schwiegermütter, Verteidigungsminister und Top-Models eventuell ausgenommen?

Und schließlich: Ist Gott zwischendrin mal aufgewacht, hat gemurmelt „Menschen sind auch keine Lösung“ und hat sich wieder hingelegt – dieses Mal für immer?

Geben Sie uns Hoffnung. Oder zumindest eine Antwort. In drei bis fünf Arbeiten zum Thema. Und am besten warten Sie nicht bis zum letzten Tag, sondern senden Sie uns das, von dem Sie meinen, dass es gut ist. Sie wissen ja – der verhängnisvolle letzte Kringel!

 

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